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Elle

Elodhie: 18, verträumt, nachdenklich, kreativ, liebt ihren Engel ♥
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Moment

Der Schnee dämpft die Geräusche ...es ist so wunderbar still und friedlich ... draußen in der Nacht.
Ich erinnere mich an früher. last update: 10/12/08

Träumer anwesend

Partir

♥ lebenslauf
♥ melue
♥ sternendunkel
♥ poetin
♥theatermädchen
Valéry

Die ankommenden Elftklässler rissen mich aus meinen Gedanken. Sie alberten zu erst etwas mit dem nervenden Arabermädchen herum und wollten dann allesamt zum Bowling aufbrechen. Nach kurzem Betteln erlaubte mir auch mein Laurent mit den ganzen Jungs mitzugehen. Ich wollte lieber mit Nicolas, der mich so faszinierte rumhängen, als bei meinen Gedanken an gestern zu bleiben.

Er verwickelte mich auch gleich in ein Gespräch, oder eher umgekehrt. Um Worte ringend und suchend versuchte ich die traurige Geschichte unseres Jugendpubs zu erklären. Es war nicht einfach aber auch wenn Nicolas nicht so sehr zuhörte, da erzählte ich es einem anderen. Und ich glaube es war der zweite schwarzgekleidete Junge, den ich bei der Ankunfte gesehen hatte. Nah bei ihm saß ich auf dem niedrigen Bordstein und erklärte. Er schaute mich währenddessen aufmerksam aus seinen dunklen Augen an. Seine langen dunkelbraunen Haare waren nach hinten zu einem kleinen Zopf zusammen geglättet. Etwas später betraten wir mit allen anderen das Gebäude und redeten weiter über alles Mögliche. Er hieß Valéry. Ich hatte seine Piercings bemerkt und vorallem seinen Zungenpiercing, mit dem er die ganze Zeit zwischen seinen Zähnen spielte. Neunundsechzig stand auf ihm. Ich hatte zwar schon einmal von der möglichen Bedeutung dieser Zahl gehört, aber vielleicht hatte sie in diesm Fall eine andere. Deshalb fragte ich dümmlich, warum 69? Kurz zögerte er, um Wörter zu finden und antwortete etwas belustigt, aber nicht peinlich berührt: „Das... ist eine Position.“ Dann war es also doch, das, was ich als erstes gedacht hatte...

Da die anderen jetzt Bowling spielten, saßen wir auf den kleinen Bänken vor den Bowlingbahnen und redeten etwas weiter. Doch bald saßen wir einfach so da, etwas in unsere Gedanken versunken. Aber es war keine peinliche Stille, die uns umgab. Ich dachte wieder an mein Vergehen und nebenbei fiel mir auf, dass Valéry irgendwie nervös war. Ich bemerkte, wie er zu erst seine Hände knetete, nicht auffällig, aber trotzdem sichtbar für mich. Er hatte irgendwie eine einzigartige Ausstralung auf mich. Seine dunkle Bekleidung, seine dunklen Haare, Augen, Haut und sein Verhalten machten ihn irgendwie edel.

Inzwischen spielten seine Hände unruhig mit der Tasche, die neben uns stand. Oder eher so zwischen uns. Er saß auf der einen Seite der Bank, die keine Lehne hatte und ich auf der anderen Seite, ihm zugewendet. Bald waren seine Finger etwas an der Tasche entlanggewandert, ein Stück in meine Richtung. Mit einem Mal traf es mich wied er Schlag,  ich wusste es ganz genau. Ich hatte den Verdacht, dass er meine Hand nehmen wollte. Ich wusste es, denn es wäre ganz genau mein Verhalten gewesen, mich so schüchtern heranzutasten. Dagegen tat ich nichts, im Gegeteil, ich fand die Vorstellung angenehm und ich wollte es auch. Andererseits fühlte ich mich jetzt schon wie eine Schlampe.

Er berührte meine Fingerspitzen mit den seinen und streichelte meine Hand sanft. Leise erwiederte ich sein Zärtlichkeit und meine Hände waren in den seinen geborgen. Er ließ ein wunderbares Gefühl duch ich fließen und ich liebte seine Nähe. Doch so dachte ich auch an Zuhause, mit etwas Heimweh für alle meine Freunde, die ich dort hatte. Gedanken, gestern etwas falsch gemacht zu haben und gegen meine Moral verstoßen zu haben, kamen mir wieder in den Sinn. Auch wenn alles gar nicht so schlimm war, befand ich mich in meiner melancholischen Stimmung, senkte den Kopf und konnte meine Tränen kaum noch unterdrücken. Daran, wie er meine Hände sanft berührte, fühlte ich, dass er besort war, aber das machte es noch schlimmer – ich fing an zu weinen. Als er das bemerkte, zog er mich gleich sanft auf die Beine und wir gingen zum anderen Ausgang heraus. Dass es regnete, störte uns nicht und er nahm mich einfach nur in seine Arme. Ließ mich, mich selbst in seinen Kleidern vergraben, an seinen Körper drücken. Seine Wange war dich an der meinen, er strich vorsichtig ein eTräne weg und küsste mit seinen weichen Lippen auf meine Wange, rasch, aber nicht flüchtig. Ich erzählte ihm stotternd etwas von dem Jungen, den ich geküsst hatte und was mir Sorgen machte. Ich glaube, hätte das nicht auf mir gelastet, hätte ich ihm mit einem Kuss auf den Mund geantwortet.

Wir verweilten kurze Zeit verschlungen im Regen draußen, von den Blicken anderer versteckt und gingen wieder rein, als ich mich beruhigt hatte. Mit Gesprächen mit Nicolas und den anderen lenkte ich mich ab, bis Laurent kam, der mich gesucht hatte. Ich musste gehen. Da Valéry erst später mit seinem Austauschschüler in die Stadt gehen würde, gab ich ihm schnell meine Handynummer. Wir standen vor dem eingang und ich umarmte zu erst Nicolas und dann Valéry noch einmal. Aber es war nicht so wie vorher, nicht so berührend. Das konnte aber auch daran liegen, dass Franzosen es nicht gewohnt sind zum Abschied alle zu umarmen. So war er vielleicht nicht darauf gefasst oder er reagierte anders, weil so viele Leute um uns herum waren.
1.10.08 21:37
 


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